#BahnWoche,
38 MIN

054: Digitale Schiene Deutschland, Zivilcourage

Januar 28, 2018

Themen in dieser Podcast-Folge:

  • 00:02:30 – Friederike: Die Bahn verteidigt die Einstellung des Zugverkehrs
  • 00:06:45 – Vegetation: Der Masterplan in Sachen Schadenprävention bei Stürmen
  • 00:11:10 – Zivilcourage: Einschreiten statt weg sehen
  • 00:15:20 – Fernverkehr: Die DB geht in die Sprinter-Offensive
  • 00:19:55 – Digitale Schiene: Der 12 Jahres Plan der Deutschen Bahn für eine digitale Schiene
  • 00:31:30 – Dein-Bahn-Update: Neues Format
  • 00:32:50 – Zusammenfassung

Links zur Episode:

7 comments

  1. Hallo liebe Podcaster,

    schade, dass nach fünf Tagen mein langer Kommentar zur Friederike-Episode weder freigegeben noch im Podcast erwähnt wurde. Ich muss noch etwas nachliefern:

    * Die „Privatbahn“, die am Sturmdonnerstag zwischen Frankfurt, Heidelberg, Mannheim und Karlsruhe ihren bestellten Nahverkehr gefahren hat, heißt DB Regio.
    * Auch der Fernverkehr hat Verträge. Zwar nicht mit einem Besteller, der im Zweifel schmerzhafte Pönalen verhängen kann, sondern direkt mit den Fahrgästen. Diese Verträge nicht einzuhalten, nur weil es in 200 km Entfernung gestürmt hat, ist unfair.
    * Die Fernzüge wurden eben nicht im nächsten Bahnhof angehalten, sondern sie sind – so möglich – bis zu ihrem Endbahnhof weitergefahren, wo sie dann abgestellt wurden.
    * Hätte man um 17.00 Uhr einen Pendler-Sonderzug Frankfurt-Riedbahn-Karlsruhe und einen Frankfurt-Bergstraße-Heidelberg-Stuttgart gefahren, hätte man diese Garnitur rechtzeitig zum Betriebsschluß wieder in Frankfurt haben können. Personal und Garnituren waren da, notfalls hätte man halt je einen ICE 1 und deren Personal genommen, die eigentlich in Richtung Hamburg oder Berlin hätten fahren sollen.
    * Die Auswirkungen von Friederike auf die BaWü-Frankfurt-Pendler waren um Größenordnungen schlimmer als bei Herwart und Xavier. Das Krisenmanagement von DB Fernverkehr ist also nicht nur nicht besser geworden, sondern schlechter.

    Grüße
    Marc

    1. Tim Grams sagt:

      Hey Marc,

      Danke für deinen erneuten Kommentar und auch hier nochmal sorry für das späte Feedback.

      In deinem Bereich war es DB Regio, es gab aber einige andere Privatbahnen, die verkehrt sind, nicht in deiner Region.

      Auch hier nochmal: „Hätte die Bahn mal, hätte man mal ist einfach zu sagen.“

      200km entfernt hat es gestürmt? Ich wusste noch gar nicht, dass Gießen 200km von Frankfurt weg ist. Dort ging nämlich schon nichts mehr.

      Es erschließt sich uns nicht, wie man bei einem der schlimmsten Stürme der letzten Jahre, so harsche Kritik an der Einstellung üben kann.

      Es ist leider nicht alles nach Plan gelaufen. Auch in Puncto Kundenkommunikation nach Wiederaufnahme des Betriebs, dennoch auf ganz Deutschland gesehen schon vieles besser als bei Herwart und Xavier.

      Beste Grüße
      Lukas & Tim

      1. Ich durfte mich im letzten Jahr über eine Stunde mit den Leuten unterhalten, die im Interventionszentrum Netz der SBB in Berin solche Entscheidungen treffen. Die haben für alles und jedes einen vorbereiteten Plan in der Schublade liegen.

        Eine vergleichbare Einheit bei der DB sehe ich aktuell nicht. Zugegeben, Deutschland ist größer als die Schweiz, und die Schweiz hat öfter „Wetter“ als Deutschland, aber ein derartig organisiertes Flächenversagen wie bei den letzten drei Stürmen ist in der Schweiz schlicht undenkbar. Das geht besser, liebe DB. Ich glaube da fest an Euch, dass Ihr das auch (wieder) hinbekommt.

  2. Zum Thema ETCS fehlte mir in der Presseverlautbarung der DB die Klarstellung, welchen ETCS-Level man flächendeckend einführen möchte.

    ETCS Level 1 ist auf der vorhandenen Stellwerkstechnik nachrüstbar, da es sich hierbei „nur“ um eine Art europaweit kompatible PZB handelt. Sogar ein Mischbetrieb ist denkbar, bei dem man streckenseitig sowohl die vorhandene PZB als auch ETCS L1 bereitstellt. Auf diese Weise könnten sowohl mit „normaler“ PZB ausgestattete Fahrzeuge (z.B. alle, die die DB heute hat) als auch mit ETCS Level 1 ausgestatteten Fahrzeuge fahren. Das ist das, was die SBB durchgezogen und abgeschlossen hat.

    Heute ist es nicht möglich, mit einem Zug vom Nordkap bis nach Sizilien durchzufahren. Erstens gibt es Zulassungsvorschriten, die sich widersprechen (eine Kontrastlackierung, die in Land A zwingend vorgeschrieben ist, ist in Land B nicht erlaubt, Land C besteht auf einem Feueröscher im Führerstand, Land D verbietet das), und zweitens bekommt man in einem normalen Drehgestell nicht alle Antennen für alle nationalen Zugsicherungssysteme unter. ETCS Level 1 löst nur das zweite Problem.

    ETCS Level 2 ist das viel aufwendigere System, weil hier umfangreiche Anpassungen an der Stellwerkstechnik notwendig ist. Ich vermute sogar, dass ETCS Level 2 nur mit ESTW oder DSTW überhaupt möglich ist. Wenn man hier in Deutschland von ETCS spricht, meint man eigentlich fast immer ETCS Level 2; das ist auch das System, das auf der VDE 8 zum Einsatz kommt.

    Eure Argumentation mit den Funknetzen kann ich nicht nachvollziehen. Alle ETCS Level 2 Installationen, die mir bekannt sind, setzen sowieso nicht auf den öffentlichen Mobilfunknetzen auf, sondern auf den von den Bahngesellschaften betriebenen, z.B. auf GSM-R. Und das ist auch gut so, denn ich traue den öffentlichen Netzen nicht zu, z.B. einen Nothaltauftrag mit der gebotenen Sicherheit an alle im Bereich verkehrenden Züge schnell genug zuzustellen. Die Anforderungen sind hierbei ungleich höher als bei SMS oder gar IP.

    Ich hoffe, man hat nicht vor, hiervon abzugehen.

    Grüße
    Marc

    1. Tim Grams sagt:

      Hallo Marc,

      Schön wieder von dir zu lesen. Sorry, dass wir das Level vom ETCS nicht erwähnt haben. Es soll alles auf ETCS Level 2 ausgerüstet werden, welches, wie du schon sagst, bereits auf der neuen VDE8 Strecke zum Einsatz kommt.

      Was Mobilfunknetz angeht: Wir beziehen uns dabei nicht auf ETCS, sondern auf die Kommunikation der Weichen, Signale, sowie der weite Blick in Richtung autonomes Fahren. Darum geht es. Das ETCS über GSMR läuft ist klar und wie du auch sagst, gut so!

      Wir freuen uns weiteres Feedback von dir. Gerne auch weiter so kritisch.

      Beste Grüße
      Lukas & Tim

      1. ETCS Level 2 flächendeckend bis 2030 sehe ich auch nicht, nein. Vor allen Dingen nicht auf irgendwelchen Nebenbahnen.

        Und ich hoffe doch, dass auch Weichen und Signale (das muss immerhin signaltechnisch sicher sein!) nicht über das öffentliche Mobilfunknetz gesteuert werden.

        1. Tim Grams sagt:

          Da stimmen wir dir zu. Es muss sicher sein und das Mobilfunknetz kann das nicht so leisten. Allein diese offenen Fragen zeigen, wie viel zu früh man sich zu dem Thema geäußert hat, da genau die Antworten darauf wichtig sind.

          Beste Grüße
          Tim

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